1.500 neue Stellen sind ein erster und richtiger Schritt

Am vergangenen Freitag lud die Junge Union zur Podiumsdiskussion ins Ludwigsburger Werkcafé. Die Veranstaltung zur inneren Sicherheit „Quo vadis Deutschland“ übertraf die Erwartungen der Organisatoren.

Deutlich über 50 politisch Interessierte hatten sich versammelt, als am vergangen Freitag der Kreisvorsitzende Daniel Scheuermann die Anwesenden zur großen Podiumsdiskussion begrüßte. Sie alle waren dem Ruf der Jungen Union im Kreisverband Ludwigsburg gefolgt – und konnten sich auf eine spannende Diskussion freuen. Bereits vor einem knappen halben Jahr hatte der CDU-Nachwuchs mit den Planungen für die Veranstaltung begonnen und wollte nach den Anschlägen in Würzburg, Ansbach und Berlin nun einmal mit Fachleuten diskutieren, wie es denn um die innere Sicherheit in Deutschland gestellt sei. Unter der Woche hatte das Thema dann aufgrund der Terrorfahrt in London weiter an Brisanz gewonnen. Nach einigen Umstrukturierungen bei den Rednern kamen schließlich Prof. Dr. Rita Haverkamp, Ralf Kusterer und Siegfried Lorek, MdL, ins Ludwigsburger Werkcafé.

Vor allem die Tübinger Professorin Haverkamp legte innerhalb ihrer Redebeiträge einen großen Wert auf eine wissenschaftliche und statistikbasierte Aufarbeitung. Die Professorin für Kriminalprävention und Risikomanagement, die zudem Mitglied im Forschungsbeirat des BKA ist, ließ das Zahlenwerk sprechen, erklärte und verdeutliche Zusammenhänge. Zudem erläuterte sie äußerst plakativ und eindringlich die gängigen Unterschiede zwischen objektiver und subjektiver Sicherheit.

Während Frau Dr. Haverkamp also sowohl die statistische als auch die emotionale Betrachtungsweise der inneren Sicherheit darlegte, verdeutlichte der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, die Sichtweisen der Polizei und räumte mit möglichen Trugschlüssen auf. Kusterer legte dar, was auch am Ende des Abends zum Resümee wurde: „Die Fehler der Polizeireform müssen ausgebessert und die Ausbildungsqualität gesteigert werden“, so der 54-Jährige. Auch der Landtagsabgeordnete Lorek blies in dieses Horn. Zudem konnte der Polizeioberrat a. D. mit dem nötigen Blick aus der Praxis überzeugen. Sowohl er als auch Kusterer hoben die seit der letzten Landtagswahl umgesetzten Verbesserungen für die Polizei hervor und betonten, dass beispielsweise die Bodycams nun endlich auch zum Einsatz kommen müssten.

Im Anschluss an die jeweiligen Impulsvorträge der drei Gäste öffnete die JU das Podium und ging in eine offene Frage – und Diskussionsrunde über. Innerhalb dieser beteiligten sich vor allem viele Jugendliche und junge Erwachsene meinungsstark. Maßgeblich wurden hier die Polizeireform und die Notwendigkeit einer weiteren Aufstockung von Polizisten-Stellen, die Zunahme an Beantragungen von Waffenscheinen sowie der Umgang mit den sogenannten Nafri-Gangs thematisiert.

Wie viele Anwesende war auch Siegfried Lorek der Meinung, dass die Schaffung von 1.500 Stellen nur der Anfang sein könne, es aber ein erster Schritt in die richtige Richtung sei und die aktuelle Landesregierung jetzt kontinuierlich an dieser Thematik arbeite. Besonders Frau Dr. Haverkamp konnte das Phänomen der subjektiven Bedrohung untermauern. Wer viel zu verlieren habe, würde sich gleich auch stärker bedroht fühlen. Gerade deshalb würden solche Sicherheitsaufstockungen (Waffenschein) in den vermeintlich guten Wohngegenden stattfinden. Ralf Kusterer konnte die vermeintliche Überforderung der Polizei mit Nafri-Gangs aus der Praxis nicht bestätigen. Auch eine empirische Basis sei hier nicht vorhanden.

Dass das Thema der vollkommenen Sicherheit auch immer etwas mit der Aufgabe der eigenen persönlichen Freiheit zu tun hätte, betonte dann noch einmal Lorek. Hier gelte es abzuwägen.

Seine Sicherheit abwägen und einschätzen, muss jeder Bürger für sich persönlich, doch die Garanten der inneren Sicherheit gelte es nicht im Regen stehen zu lassen, so das allgemeine Fazit des Abends. Ein Gedanke, welchem sich sowohl die Junge Union als auch die CDU verschrieben fühlt – und welchen die JU in den kommenden Wochen weiter vertiefen wird.